Brief an die BNN/ 19.04.2016: „Das wahre Gesicht“

An die Badischen Neuesten Nachrichten in Karlsruhe

Sehr geehrter Herr Chefredakteur Baur,
sehr geehrter Herr Redaktionsleiter Dr. Gaßner,
sehr geehrter Herr Stellv. Chefredakteur Dr. Windscheid,
sehr geehrter Herr Redaktionsleiter Westermann,
Im Landtagswahlkampf haben wir die Berichterstattung der BNN über die AfD fast schon als fair empfunden, was wir Ihnen hoch anrechnen. Umso entsetzter waren wir, am Dienstag, dem 19.4., den Kommentar „Das wahre Gesicht“ von Martin Ferber in den BNN lesen zu müssen. Herr Ferber analysiert darin nicht etwa die Positionen der AfD, nein, im Gegenteil: Er vermengt einen Teil tatsächlicher AfD-Positionen mit vielen eigenen Vorstellungen über die AfD, die mit der Realität nichts zu tun haben. Heraus kommt ein Potpourri aus Unterstellungen, Unwahrheiten und Diffamierungen, das wirklich nicht würdig ist, in einer Zeitung wie Ihrer abgedruckt zu werden.

Im Folgenden will ich – auch im Namen des gesamten Vorstands des Kreisverbands Karlsruhe-Stadt – eine Richtigstellung vornehmen:

Herrn Ferbers Aufhänger ist unsere Haltung den Islam betreffend. Die AfD-Position hierzu ist tatsächlich folgende: Der Islam gehört nicht zu Deutschland, wohl aber die Muslime, die hier leben und sich integrieren; und wer sich nicht integrieren will, der möchte ja gar nicht dazugehören. Hier geht es nicht um die Religionszugehörigkeit oder die Herkunft unserer Mitbürger, es geht um den Islam als Weltanschauung und politische Kraft. Wir meinen: Jeder kann nach seiner Fasson selig werden, solange er dabei die Grundlagen unseres Staates, unser Grundgesetz und unsere Gesetze nicht in Frage stellt. Gerade darum geht es der AfD ja: dass unsere Gesetze endlich wieder eingehalten werden, auch von unserer Regierung.

Wie Herr Ferber dann darauf kommt, die AfD habe etwas gegen Homosexuelle, ist uns völlig schleierhaft. Wir haben innerhalb unserer Partei eine schwul-lesbische Gruppierung und sind weit davon entfernt, irgendjemand ein bestimmtes sexuelles Verhalten vorzuschreiben oder ihn wegen seiner sexuellen Neigungen zu diffamieren. Was hier offensichtlich grundlegend missverstanden wurde, ist die Haltung der AfD zu Ehe und Familie. Für die AfD kann es eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geben, da nur aus dieser Verbindung Kinder hervorgehen. Zum Wohle der Kinder wollen wir, dass die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft, die traditionelle Familie bestehend aus Mann und Frau als Eltern mit Kindern, gefördert wird, nicht aber gleichgeschlechtliche Beziehungen. Was wir letztendlich wollen, ist eine funktionierende Gesellschaft, auch morgen und übermorgen. Nicht wir sind es, die unsere Gesellschaft spalten, sondern unsere politischen Gegner.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Sie – im Namen des AfD-Kreisverbands Karlsruhe-Stadt – dringend bitten, künftig genauer hinzuschauen, bevor Sie in den BNN Beiträge veröffentlichen, die so wenig mit der Realität zu tun haben wie dieser. Neben dem Inhalt ist aber auch die beleidigende Wortwahl dieses Artikels völlig inakzeptabel. Diese allein sollte schon Grund genug sein, derartigen Einlassungen künftig in den BNN kein Forum mehr zu bieten.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Paul Schmidt, Stadtrat
Sprecher des Kreisverbandes Karlsruhe-Stadt

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