Gemeinderat ebnet Weg für mehr Schulbetreuung / Thema Wahlfreiheit bleibt umstritten

Um dem Bedarf an umfassender Betreuung besser gerecht zu werden, baut Karlsruhe sein Ganztagsschul-Angebot aus. Das hat der Gemeinderat nach einer Debatte vor allem über Wahlfreiheit mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Heinrich-Köhler-Schule (HKS) führt den Ganztagsbetrieb zum nächsten Schuljahr verbindlich ein. Nahe Halbtags-Alternative bleibt die Grundschule Rintheim. „Die HKS möchte und kann keine Wahlform bieten. Das ist mit den Eltern abgestimmt“, sagte Bürgermeister Martin Lenz.

Stadtrat Dr. Paul Schmidt pochte mit dem Änderungsantrag der AfD darauf, dass Eltern stets die Chance haben sollten, ihre Kinder am Nachmittag heimzuholen und in Vereine zu schicken. Auch solle geprüft werden, ob ein bestehender Schul-Hort nicht weiter geeigneter sei. Hintergrund ist die nun beschlossene Auflösung des HKS-Horts. Der Gemeinderat lehnte den Vorstoß der AfD ab und machte zugleich den Weg frei zur Einrichtung eines Ganztagsbetriebs als Wahlform für Schiller-Grund- und Werkrealschule sowie Weiherwald-Grundschule.

Ab 2015/16 nicht mehr nur Versuch, sondern gesetzlich verankert ist der Ganztagsbetrieb an: Drais-Grund- und Hauptschule, Hans-Thoma-Grundschule, Leopold-Grundschule und Pestalozzi-Grund- und Werkrealschule. Letztere hatte bereits 1999 als eine der ersten Schulen des Landes die Ganztagsbetreuung eingeführt.

Die greift nun überall im Kern bis 16 Uhr, mit der Option, auf 17.30 Uhr zu verlängern. Die Erweiterung der Zügigkeit an der Drais-Grund- und Hauptschule sowie der Grundschule am Wasserturm wurde auch gebilligt.

In Summe werden für die an den acht Schulen anfallenden Maßnahmen Ausgaben von knapp 1,8 Millionen Euro veranschlagt, der Stadtetat soll gut 1,3 Millionen abdecken. Nicht enthalten sind die noch zu kalkulierenden Baukosten.

Das Gros des Gemeinderats begrüßte die Lehr- und Lernkonzepte umfassenden Pläne: „Verbindlichkeit ist Wunschform“, betonte Stadträtin Renate Rastätter (GRÜNE). Die Stadträte Detlef Hofmann (CDU) und Karl-Heinz Jooß (FDP) warben bei allem Einverständnis darum, Eltern je nach Umfeld die Wahl zu lassen. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Schulkonferenz entscheidet, ob Bedarf besteht“, sagte SPD-Stadträtin Sibel Uysal. Wie Rastätter hob sie den pädagogischen Mehrwert eines Ganztagsangebots hervor.

„Nach kontroversen Debatten im Schulbeirat“ signalisierte Stadtrat Lüppo Cramer Zustimmung der KULT-Fraktion. Friedemann Kalmbach (GfK) warnte, dass das Ausbautempo nicht die Qualität schmälern dürfe. Auch müsse individuelle Entfaltung gewährleistet bleiben, die oft abseits der Schulen gelinge. Niko Fostiropoulos (LINKE) fand, Kinder sollten nicht noch mit Hausaufgaben „gequält“ werden: „Sie arbeiten an der Ganztagsschule, danach ist frei.“ OB Mentrup: „Gequält wird in Karlsruhe hoffentlich niemand.“ -mab-

Quelle: http://presse.karlsruhe.de/db/stadtzeitung/jahr2014/woche47/gemeinderat_ausbau_des_ganztagsbetriebs_kommt.html

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